Keine Aussichten auf Käsekuchen an der Olympia Rodelbahn

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SARAJEVO WOCHENENDE

Bevor wir uns auf unsere Unterkünfte in Sarajevo aufteilten, ging’s erstmal zu einem Aussichtspunkt auf der anderen Seite der Stadt. Dort stehen auf einem Hügel die Überreste der alten Bob- und Rodelbahn der olympischen Winterspiele ‘84 und man soll einen phänomenalen Blick über die Stadt haben. Dumm nur, dass es anfing zu regnen…

Da wir als erstes eintrafen, und wir weder im Auto noch im Regen auf den Rest warten wollten, setzten wir uns ins Cafe des dortigen schicken Berghotels. So richtig ins Bild passten wir hier allerdings nicht: Das Cafe schien sehr beliebt bei den bosnischen Chayas zu sein: Pelzmäntel, gefälschte Gucci-Täschchen, kiloweise Make-Up und gespritzte Lippen.

Als wir dann noch anfingen uns mit deutschem Pragmatismus ein paar Tische und Stühle zurechtzurücken, waren wir beim Kellner komplett unten durch. Das ließ er uns für den Rest des Cafebesuchs mit kalten, abfälligem Blick auch wissen… – als ob die gegebene Sprachbarriere nicht schon die Kommunikation schwierig genug machen würde! Ein sprachliches Missverständnis ergab sich z.B. aus einer unterschiedlichen Interpretation von “Käsekuchen”. Während wir darunter ein Stück Kuchen aus Quark oder Frischkäse verstehen, versteht man in Bosnien darunter wohl auch Börek-Käse-Blätterteig-Schnecken in Kuchengröße! So blieb vom Käsekuchen dann auch gleich für jeden am Tisch noch ein bisschen zum probieren übrig.

Da der Regen nicht aufhören wollte, entschlossen wir uns einfach mit Kapuze und Regenschirm die Rodelbahn und den Aussichtspunkt anzuschauen. Die Rodelbahn war sehr cool: ein verlassenes Betonkonstrukt und gleichzeitig Leinwand für zahlreiche Graffiti-Künstler. Die Aussicht vom Aussichtspunkt? Eine Wolkenfront.

Also zurück zum Auto, aufgeladen und ab in die Stadt. Hier teilten wir uns auf drei verschiedene Unterkünfte auf, verabredeten uns aber für eine gemeinsame Stadtführung am selben Abend.

Tag 3

Zwischen Klischees und Realität in Sarajevo